Anf Rat 18.6.26 RheinOrt

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Anfrage

Anfrage an den Rat der Stadt am 02.07.2026

18.06.2026

Neubauprojekt "RheinOrt" in Hochfeld

Hochfeld ist ein strukturell benachteiligter Stadtteil, geprägt von einer prekären Einkommenssituation und einem hohen Migrationsanteil. Das Projekt „RheinOrt“ darf daher keine isolierte Luxusinsel oder „Gated Community“ werden, sondern muss eine echte Integrationskraft für die bestehende Bevölkerung entfalten. Vor dem Hintergrund des akuten Mangels an bezahlbarem Wohnraum in Duisburg wirft diese Entwicklung dringende Fragen zur sozialen und städtebaulichen Ausgewogenheit des Großprojekts auf.

 

Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Geförderter Wohnraum: Beabsichtigt die Stadt Duisburg, im Rahmen des Bebauungsverfahrens oder mittels eines städtebaulichen Vertrages nach § 11 BauGB eine verbindliche und weitreichende Quote für den geförderten Wohnungsbau (z.B. 30 %) festzulegen? Wenn nein, mit welcher städtebaulichen Begründung wird darauf verzichtet? 
  2. Mietpreisdämpfung im freifinanzierten Segment: Welche vertraglichen oder planerischen Instrumente (z. B. Mietpreis-Obergrenzen oder Staffelmietvereinbarungen) werden genutzt, um auch im freifinanzierten Segment bezahlbaren Wohnraum für mittlere Einkommensgruppen zu sichern?
  3. Auswirkungen auf den Stadtteil Hochfeld (Gentrifizierung): Welche konkreten Auswirkungen erwartet die Verwaltung durch das prognostizierte Mietpreisniveau von 15 bis 17 Euro/m² auf den bestehenden Wohnungsmarkt in Hochfeld (Sicker- und Aufwertungseffekte)? Mit welchen mittelfristigen Auswirkungen auf den Duisburger Mietspiegel und einer damit einhergehenden Belastung der Bestandsmieter in Hochfeld rechnet die Verwaltung? Welche Maßnahmen plant die Verwaltung, um einer drohenden Verdrängung der ansässigen Bevölkerung aktiv entgegenzuwirken? 
  4. Öffentliche Daseinsvorsorge: Welche sozialen und kulturellen Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge (über die geplanten Kitas und die Grundschule hinaus, wie z. B. Stadtteilbibliothek, barrierefreie Mehr-Generationen-Wohnkonzepte, Pflegeeinrichtungen, medizinische Versorgungszentren/Arztpraxen) sind verbindlich im Quartier vorgesehen?
  5. Kinder- und Jugendeinrichtungen: Wie wird die soziale Infrastruktur für Kinder und Jugendliche (z. B. Jugendclubs mit Proberäumen, Ateliers, Kicker usw., Spielplätze, Bolzplätze, generationsübergreifende Begegnungsorte) im Quartier planerisch und flächenmäßig verankert?
  6. Verkehrskonzept: Welches Mobilitätskonzept liegt dem Quartier zugrunde? Wird das Quartier gezielt verkehrsarm, autofrei oder nach dem Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“ (z. B. durch Quartiersgaragen und reduzierten Stellplatzschlüssel) entwickelt? Wie wird die Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr gewährleistet?
  7. Klimaschutz und Ökologie: Inwieweit werden ambitionierte Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstandards (z. B. Netto-Null-Emissionshäuser, Solarpflicht/Photovoltaik, verpflichtende Dach- und Fassadenbegrünung, Schwammstadt-Konzept) im Bebauungsplan oder in den städtebaulichen Verträgen rechtsverbindlich festgeschrieben? 

 

Gez. Erkan Kocalar

Im Duisburger Stadtteil Hochfeld entsteht auf dem ehemaligen Werksgelände direkt am Rheinpark das neue Wohnquartier „RheinOrt“. Laut aktuellen Planungen der Projektentwicklerin DLE sollen dort rund 1.500 Wohneinheiten für bis zu 6.000 Menschen entstehen. Während die Investoren öffentlich von der Schaffung eines „sozialen Mixes“ sprechen, wurden gleichzeitig voraussichtliche Nettokaltmieten von 15 bis 17 Euro pro Quadratmeter angekündigt.

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