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Anfrage
Anfrage an den Rat der Stadt am 02.07.2026
18.06.2026
Auswirkungen des Filialsterben bei der Sparkasse Duisburg auf die Grundversorgung in den Stadtteilen
Die Sparkasse Duisburg ist als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) kein rein gewinnorientiertes Privatunternehmen. Sie hat einen klaren gesetzlichen Auftrag zur Daseinsvorsorge und ist dem Gemeinwohl der Duisburger Bürgerinnen und Bürger verpflichtet. Der fortschreitende Abbau der persönlichen Beratung vor Ort trifft insbesondere ältere Menschen, Bürgerinnen und Bürger mit Mobilitätseinschränkungen sowie Menschen ohne Zugang zu digitalen Bankdienstleistungen hart. Der Verweis auf Online-Banking geht an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei und führt zu einer sozialen Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen in unserer Stadt.
Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:
- Bestandsaufnahme der vergangenen 10 Jahre: Wie stellt sich die Entwicklung des Filialnetzes der Sparkasse Duisburg in den letzten zehn Jahren dar? Wir bitten um eine detaillierte Aufschlüsselung nach Stadtteilen, aus der hervorgeht, welche Filialen im genannten Zeitraum vollständig geschlossen und welche in reine SB-Standorte umgewandelt wurden.
- Entwicklung Kundenzahl: Wie hat sich im selben Zeitraum die Anzahl der Sparkassenkunden entwickelt? Gibt es einen Unterschied bei der Kundenentwicklung zwischen Stadtteilen, die von Filialschließungen betroffen sind, und Stadtteilen, in denen Filialen noch vor Ort sind?
- Zukünftige Planungen des Vorstands: Welche konkreten Pläne verfolgt der Vorstand der Sparkasse Duisburg bezüglich weiterer Schließungen, Zusammenlegungen oder Umwandlungen von Filialen in den kommenden fünf Jahren?
- Prüfung von Alternativkonzepten: Inwieweit wurden oder werden vom Vorstand alternative Modelle geprüft, um die Versorgung in den bereits unterversorgten Quartieren?
- Sparkassenbus: Der Sparkassenbus fährt zurzeit neun Orte an. Der Bus hält dabei in den Stadtteilen nur ein bis zweimal in der Woche für jeweils eine Stunde. Hält die Verwaltung die ein- bis zweistündige Präsenz des Sparkassenbusses pro Woche für ausreichend, um älteren und mobilitätseingeschränkten Kunden einen kostenfreien und barrierefreien Zugang zu Bargeld, Überweisungsterminals und Kundengesprächen zu ermöglichen? Wie hoch ist das Kundenaufkommen des Sparkassenbusses an den einzelnen Standorten? Gibt es Stadtteile, in denen keine Filialen mehr vorhanden sind und auch kein Sparkassenbus hält? (Wenn ja, bitte aufführen welche Stadtteile das sind.) Ist eine Ausweitung des Sparkassenbusses geplant? Wenn ja, in welchen weiteren Stadtteilen soll der Bus zukünftig eingesetzt werden?
- Prüfung von Neueröffnungen: Gibt es Überlegungen neue Sparkassenfilialen zu eröffnen und damit neue Kunden zu gewinnen?
- Einflussnahme im Verwaltungsrat: Wie bewertet der Oberbürgermeister den aktuellen Rückzug der Sparkasse aus der Fläche im Hinblick auf den gesetzlichen Auftrag zur Daseinsvorsorge und wie wird er seinen Einfluss sowie die Stimmen der städtischen Vertreter im Verwaltungsrat der Sparkasse nutzen, um einen weiteren Kahlschlag im Filialnetz zu stoppen und eine Rückbesinnung auf den öffentlichen Auftrag einzufordern?
Gez. Erkan Kocalar
In den vergangenen Jahren ist in den Duisburger Quartieren ein spürbarer und besorgniserregender Rückzug der Sparkasse Duisburg aus der Fläche zu beobachten. Immer mehr Filialen werden komplett geschlossen oder in reine Selbstbedienungs-Standorte (SB) umgewandelt. Ab 2015/2017 leitete die Sparkasse Duisburg eine umfassende Umstrukturierung ein. Das erklärte Ziel im Rahmen des Konzepts war es, die Anzahl der klassischen, personell besetzten Filialen über die Jahre annähernd zu halbieren.

