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Anfrage
Anfrage an den Jugendhilfeausschuss am 13.04.2026
18.03.2026
Niedrigschwelligkeit und Bekanntheit von Hilfsangeboten der Jugendhilfe

Viele hilfsbedürftige Bürgerinnen und Bürger haben oft keine genaue Kenntnis darüber, welche Unterstützung ihnen bei der Erziehung sowie der Betreuung von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen rechtlich und praktisch zusteht. Diese Informationslücke führt häufig zu einem Gefühl der Überforderung. Zudem beobachten wir eine erhebliche psychologische Barriere: Hilfe anzunehmen wird oft fälschlicherweise als persönliches Versagen oder Eingeständnis eigener Unfähigkeit gewertet.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Informationsmaterialien (Broschüren, Flyer, digitale Guides) existieren aktuell, um Familien und Alleinerziehende über die spezifischen Hilfsangebote im Jugendhilfebereich, insbesondere des Jugendamtes, aufzuklären?
- Wo und in welcher Form werden diese Materialien konkret ausgelegt (z. B. in Kindertagesstätten, Grundschulen, bei Kindertagespflegepersonen, bei Kinderärzten)?
- Sind diese Informationen zentral und leicht auffindbar auf der Internetseite der Stadt bzw. können diese direkt auf den Seiten des Jugendamtes eingesehen werden?
- Inwieweit werden Eltern direkt in den Bezirken über Beratungs- und Betreuungsangebote sowie über Kinder- und Jugendfreizeitmöglichkeiten informiert?
- Werden zur Verbreitung dieser Informationen auch fachfremde bezirkliche Einrichtungen wie Stadtteilbibliotheken oder Bezirksämter (Bürgerbüros) systematisch genutzt?
- In welchen Sprachen stehen die Informationen zur Verfügung, um auch Familien mit Migrationshintergrund sicher zu erreichen?
- Welche Strategien verfolgt die Verwaltung aktuell, um das Image von Jugendhilfeangeboten weg von der „Eingriffsverwaltung“ hin zur „unterstützenden Prävention“ zu wandeln?
Gez. Carmen Hornung-Jahn
Dabei ist die frühzeitige Inanspruchnahme von Unterstützung ein Zeichen von elterlicher Stärke und Verantwortungsbewusstsein. Eine proaktive Informationspolitik rückt die Prävention in den Vordergrund, was langfristig nicht nur effektiver für das Kindeswohl, sondern auch kostengünstiger als spätere Kriseninterventionen ist.
