PM 9.7.26 Drittes Frauenhaus

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Pressemitteilungen

09.07.2026

BSW kritisiert Stillstand bei der Umsetzung eines dritten Frauenhauses

Die Situation der Frauenhäuser in Duisburg bleibt weiterhin angespannt. Dies geht aus einer Anfrage des BSW hervor, auf die die Verwaltung mit einer Mitteilungsvorlage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Gesundheit antwortete. Die Reaktionen der Stadt sind zum Teil widersprüchlich und fallen enttäuschend vage aus. 

 

Laut Istanbul-Konvention müssten in Duisburg in Abhängigkeit von der Einwohnerzahl 66 Frauenhausplätze zur Verfügung stehen. Diese Zahl erreicht die Stadt bei weitem nicht. Im Gegenteil, aufgrund von Personalmangel wurden die Plätze sogar reduziert. Im Januar standen nur 50 Plätze zur Verfügung. Gleichzeitig erklärt die Verwaltung, dass alle Stellen besetzt seien.

Seit Jahren kündigt die Stadt die Erweiterung des zwingend notwendigen Angebots durch ein weiteres Frauenhaus an. Auf Fragen, wann mit einem dritten Frauenhaus zu rechnen ist, wie dieses finanziert werden soll und wer sich daran beteiligt, bleibt die Verwaltung konkrete Antworten schuldig. 

 

Warum die Immobiliensuche seit Jahren erfolglos verläuft, begründet die Stadt mit den hohen baulichen, infrastrukturellen und sicherheitsrelevanten Anforderungen, wie Barrierearmut, blickgeschützten Gärten oder der Erreichbarkeit von Ärzten und Schulen mit dem ÖPNV. 

 

Die vorliegende Antwort der Verwaltung offenbart eine besorgniserregende Unfähigkeit oder fehlenden Willen. Carmen Hornung-Jahn, sozialpolitische Sprecherin für das BSW, kommentiert die Situation wie folgt: „Während die bestehenden Duisburger Einrichtungen unter der Überlastung ächzen und Plätze wegen Personalmangels sogar gestrichen werden müssen, flüchtet sich die Stadt bei der Realisierung des dringend benötigten dritten Frauenhauses in Vertröstungen und bürokratische Floskeln. Der jahrelange Stillstand auf Kosten derjenigen, die am meisten unseren Schutz benötigen, muss endlich ein Ende haben. Der Oberbürgermeister muss seinen Ankündigungen endlich Taten folgen lassen. Es ist ein Armutszeugnis, wenn auch nach Jahren noch kein Fortschritt bei der Immobiliensuche erzielt werden konnte. Unsere Befürchtung ist, dass durch die aktuelle Finanznot Duisburgs die Umsetzung eines dritten Frauenhauses um weitere Jahre verzögert oder schlimmstenfalls gar nicht mehr weiterverfolgt wird. Es braucht endlich eine klare Priorisierung, verbindliche Budgetplanungen und eine spürbare Beschleunigung bei der Objektsuche durch den Oberbürgermeister.“ 

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